Kunsttherapie

Durch Malen oder Plastizieren kommen wir in Berührung mit den Lebenskräften, die einem jedem Menschen innewohnen.

Staunend erleben wir, wie durch das Gestalten mit flüssiger Farbe, weicher Kohle, pulvrigem Pastell oder feuchtem Ton unsere Wahrnehmung verstärkt wird. Es aktiviert elementare Sinnesbereiche; wir vergewissern uns dabei unserer körperlich-sinnlichen Lebensgrundlage. Gefühle können sichtbar werden, etwas von ihrer Geschichte erzählen und - sie lassen sich durch die eigene Aktivität verändern.

Geben wir stärkenden inneren Ur-Bilder die Möglichkeit, in Erscheinung zu treten, so können sie uns in krisenhaften Situationen eine Richtung weisen und das Vertrauen darin wächst, dass wir unser Leben selbst mitgestalten können.

Jeder Mensch macht belastende Lebenssituationen und Veränderungsprozesse im Laufe seiner Biografie durch. Wir anthroposophischen Kunsttherapeuten sehen herausfordernde Situationen, Krisen oder Krankheiten nicht als Feind, sondern als Teil des Lebens.

Zu den Veränderungsprozessen und Herausforderungen für das Kind und den Jugendlichen (bzw. für die Eltern und Lehrer) können gehören:
Übergänge im Leben, z.B. vom Kindergarten zur Schule und in den verschiedenen Entwicklungsphasen des Heranwachsens; die Geburt von Geschwisterkindern und andere veränderte familiäre Situationen, wie Trennungen oder auch der Verlust von Bezugspersonen; Entwicklungsschwierigkeiten; Krankheiten u.v.m. Konzentrationsstörungen, Ängste oder herausforderndes Verhalten sind Beispiele für Situationen, in denen Kunsttherapie die Entwicklung fördern kann – das Kind tritt ein in einen spielerischen Raum, in dem es sich anders erleben kann und anderes erlebt - herausgehoben aus dem gewöhnlichen, oft getakteten Zeiterleben. Momente, die bleibende Wirkung haben.

Isabel Borucki
Klinische Kunsttherapeutin